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Demo-Flop: Verschwörungsideologische Demo-Reihe zu Gast in Aurich

Nach längerer Zeit fand am Samstag, den 3. Juli, mal wieder eine verschwörungsideologische Demonstration in Aurich statt, die aber nicht von der inzwischen relativ inaktiven lokalen „Querdenken“-Gruppierung organisiert wurde. Auch wurde sie nicht, wie vorherige Demonstrationen, an der Sparkassen-Arena oder auf dem umliegenden Parkplatz durchgeführt. Stattdessen zog es die Organisator:innen der friesischen und ostfriesischen Demo-Reihe, über deren Demos in Leer und Emden wir bereits ausführlich berichteten, auf den Marktplatz ins Stadtzentrum.

Vom Umstand, dass der Demo-Ort mehr Fuß- und Stadtgänger:innen auffällt, konnten die „Querdenker:innen“ gar nicht profitieren. Waren es bei „Querdenken-Demos“ in Aurich 80 bis 200 Personen, auf zurückliegenden Veranstaltungen der Demo-Reihe immerhin noch 50 bis 80, waren diesmal unter 40 Personen zugegen. Die Besucher:innen der Innenstadt zeigten sich eher irritiert ob der hetzerischen wie unsinnigen Demo-Inhalte, sofern sie diesen überhaupt Aufmerksamkeit schenkten. Für eine Veranstaltung, die die Menschen mitnehmen und Aufmerksamkeit generieren möchte, ein Armutszeugnis.

Die Teilnehmer:innen kamen sich auch in Aurich wieder nicht zu blöd dabei vor die immer gleichen Schilder zu präsentieren, die u. a. Öffnungsschritte einfordern, die schon vor Wochen vollzogen wurden. Und anders als in Leer, wo einige Eltern ihre Kinder instrumentalisierten und zur Demo mitbrachten, waren diesmal keine Kinder vor Ort. Dabei haben die Teilnehmer:innen ihre verschwörungsideologischen Inhalte unlängst mit dem vermeintlichen Schutz von Kindern und Jugendlichen vermischt. Ein weiterer Misserfolg aus Sicht der „Querdenker:innen“.

Nach einer kurzen Ansprache des Anmelders riss wieder einmal „Verschwörungsideologe, Antisemit, Rassist und Antifeminist“ Bernward Boden das Mikrofon an sich. Er rief zum öffentlichen Protest gegen den Blog „Auf Abstand“ auf, da dieser ihn als Antisemiten denunzieren und von der „Fake-Antifa“ bezahlt werden würde. Er spannte den Bogen zu angeblichen Klima-Lügen, auf deren Grundlage in Zukunft der Verzehr von rotem Fleisch verboten werden solle. Vorangetrieben werde dies von Gates, Rothschild und Epstein. Die Rockefeller-Stiftung wolle, dass alle pleite gehen. So viel dazu, dass er kein Antisemit sei. Außerdem komme ein Kuhverbot, dem eine „Zwangsveganisierung“ folge.

Um etwa 16 Uhr haben wir die Begleitung der Demonstration eingestellt, da die Veranstaltung die Berichterstattung nicht wert war und sich die Läden in den Feierabend und viele Menschen nach Hause verabschiedeten. Der geplante Demo-Umzug dürfte eine einsame Angelegenheit geworden sein.

Eine Maskenpflicht gab es nicht, aber Abstände hätten eingehalten werden müssen. Das ist nicht passiert. Die anwesenden Polizist:innen hatten sonst nichts zu tun und konnten das Treiben die meiste Zeit ebenso wenig beachten wie die Stadtbesucher:innen.

Unsere Bilder zu Aurich.

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